Herstellung von Schwarzem Tee

Wie entsteht eigentlich Schwarzer Tee?

Jeder Teeliebhaber weiß die enorme Vielfalt dieses Getränks zu schätzen. Doch wer hätte gedacht, dass die vielen Sorten aus nur zwei verschiedenen Teepflanzen entstehen? Die Basis für jeden Tee, egal ob schwarz, weiß oder grün, bilden die indische Camellia assamica und die chinesische Camellia sinensis. Beide Pflanzen zählen zu den Kameliengewächsen.

Von der Pflanze zum Schwarzen Tee

Wachstum, Pflege und Ernte

Teepflanzen können nur unter bestimmten Voraussetzungen gedeihen. Neben den klimatischen Voraussetzungen sind auch die Bodenverhältnisse von entscheidender Bedeutung für ein gutes Wachstum. Tropische und subtropische Gebiete mit Durchschnittstemperaturen von etwa 18°C, mit ca. 5 Sonnenstunden pro Tag und einer täglichen Niederschlagsmenge von etwa 200mm gelten als optimale Anbaugebiete für Teepflanzen. Die Sträucher bedürfen einer intensiven Pflege. Licht und Schatten werden genauestens dosiert. Die Teesträucher werden regelmäßig geschnitten, damit sie eine möglichst angenehme Pflückhöhe erreichen. Außerdem wachsen dadurch mehr Triebe seitlich, sodass trotz niedriger Höhe eine reiche Ernte entsteht. Auf den meisten Teeplantagen wird per Hand gepflückt. Obwohl es inzwischen auch Erntemaschinen gibt, gelten handgepflückte Tees als besonders hochwertig.

Der Verarbeitungsprozess

Den gepflückten Teeblättern steht nun ein langer Prozess bevor, indem sie sich letztendlich zum Schwarzen Tee entwickeln werden. Der erste Schritt nach dem Pflücken ist das Welken. Dazu werden die Teeblätter an der Luft ausgebreitet und erst weiterverarbeitet, wenn sie etwa ein Drittel ihrer Feuchtigkeit verloren haben. Im zweiten Verarbeitungsschritt werden die welken Blätter gerollt. Bei diesem Prozess werden die Teeblätter unter Druckeinwirkung zerstört. Während dieser Zerkleinerung werden die Inhaltsstoffe und Zellsäfte freigesetzt, die im folgenden Vorgang die Voraussetzung für die Fermentation bilden. Die Fermentation ist ein besonders wichtiger Prozess während der gesamten Teeherstellung. Dabei werden die gerollten Blätter in einem speziellen Fermentationsraum ausgebreitet. Die optimale Temperatur für diesen Vorgang liegt bei etwa 30°C. In zwei bis drei Stunden reagieren die Inhaltsstoffe der Teeblätter mit dem Sauerstoff im Raum. Um eine besonders gute Teequalität zu erzielen, muss diese Reaktion zum richtigen Zeitpunkt abgebrochen werden. Während der Fermentation wechseln die Teeblätter ihre ursprüngliche Farbe. Sie werden langsam kupferfarben. Anhand der Farbe lässt sich der beste Zeitpunkt für den Abbruch der Fermentation erkennen. Anschließend werden die nun kupferfarbenen Blätter in einen Trockenraum gebracht. Dort wird ihnen die restliche Feuchtigkeit entzogen. Heiße Luft mit einer Temperatur von 90°C trocknet den Zellsaft direkt am Blatt, sodass eine schwarze Färbung entsteht.

Nachdem der gesamte Verarbeitungsprozess beendet ist, wird der so entstandene Schwarze Tee einem Qualitätsgrad zugeordnet. Dieser ist auf jeder handelsüblichen Verpackung deutlich erkennbar und wirkt sich auf den Verkaufspreis aus.